Portugal


  Malerische Landschaften, hügelige Städte, historische Dörfer, viel Wind und noch mehr Pastéis de natas (Puddingtörtchen) – drei Wochen in Portugal.

Unsere Reise startet am Frankfurter Flughafen, in drei Stunden bringt uns die Lufthansa von dort nach Porto. Portugals zweitgrößte Stadt liegt entsprechend ihrem Namen (portus cale „Hafen“, wie die Römer sie einst betitelten) an der Mündung des Rio Douro.

Nicht nur für die charmante Lage am Fluss, sondern ebenso für den Portwein ist Porto Namensgeber und bekannt. Egal ob man gemütlich durch die hügeligen Nebenstraßen des zum UNESCO-Welterbe gehörenden Viertel Ribeira bummelt, eine Gondelfahrt macht, über die von einem Schüler Gustav Eiffels gebaute Brücke „Ponte de Dom Luis I“ auf die „andere Seite“ ins Viertel Vila Nova de Gaia schlendert oder eine Portweinverkostung in einem der Portweinkeller genießt, Porto versprüht für uns mit seinem Mix aus einfach und opulent auf jeden Fall seinen Charme. Historische Gebäude treffen auf von Straßenkünstler gestaltete Fassaden, Frauen, die vor dem Fenster Wäsche aufhängen und Touristen, die abends am Flussufer den Sonnenuntergang genießen und sich mit einem Francesinha (ein lokales Gericht, Brot mit Fleisch und einer Soße übergossen) für die Nacht stärken.

Die Lage am Hang kann einem zwar auch den einen oder anderen Muskelkater bescheren, aber trotz der Größe ließ sich für uns in Porto alles recht gut zu Fuß machen. Für uns war die Hafenstadt mit wunderbaren Ausblicken über die roten Dächer und den Fluss ein gelungener Start in den Urlaub.

Aveiro & Costa Nova

Zwar gibt es in Portugal allgemein ein gutes Bus- und Zugnetz, für Reisen ins Landesinnere bietet es allerdings nur wenige oder schlechte Verbindungen. Deswegen entscheiden wir uns für die kommende Woche ein Auto zu mieten, mit dem wir zunächst von Porto nach Aveiro aufbrechen.

Aveiro liegt am Rand der Küstenlagune Ria de Aveiro, an die das Naturschutzgebiet Reserva Natural das Dunas de São Jacinto grenzt. Wegen seiner Kanäle, auf denen Boote unter Bogenbrücken hindurchschippern, wird es auch das „Venedig Portugals“ genannt. Es ist ein ruhiger Ort mit einer netten, kleinen Innenstadt mit Kneipen und Cafés. Strand und Dünen gibt es ein paar Kilometer westlich von Aveiro in Costa Nova – unserem nächsten Halt. Der ebenfalls bei Surfern beliebte Ort lässt in uns mit seinen bunten Buden an der Promenade, den Dünen, dem Fischmarkt und der steifen Atlantikbrise auch ein bisschen „Ostseefeeling“ aufkommen. Wir übernachten hier in einem Zimmer auf dem Campingplatz direkt am Strand, wo wir unseren ersten Aufenthalt am Meer genießen. (http://www.campingcostanova.com/)

Coimbra

Unsere Reise geht weiter nach Coimbra, deren historischer Stadtkern wunderschön an einem Hang des Rio Mondego gelegen ist. Seit 500 Jahren beherbergt die Stadt die größte Universität des Landes, die ganz oben auf dem Berg thront und für die Coimbra bekannt ist. Durch die verwinkelten Gassen geht es die Hügel auf und ab, vorbei an historischer Architektur, hippen Bars und Studenten-Cafés. Nicht nur der Ausblick von der Universität, sondern auch der Blick auf die Stadt vom Fluss aus ist lohnenswert. Und im Vergleich zu den anderen Orten in Portugal ist Coimbra auch in der Hochsaison vergleichsweise günstig.

Sabugeiro

Wir fahren weiter nach Sabugeiro, dem höchst gelegenen Dorf Portugals (1050m). Das charmante Sabugeiro bezaubert uns nicht nur mit seinen Steinhäusern und dem lokalen Bergkäse queijo da serra, sondern vor allem mit seiner Lage im Parque Natural da Serra da Estrela. Der Park ist das größte Schutzgebiet des Landes und ist vor allem als Skigebiet bekannt (hier ist im Winter Hauptsaison).

Uns zeigt sich die Landschaft Ende August mit felsig-trockenen Wiesen und strahlend blauen Stauseen. Das Gebiet ist toll zum Wandern und bietet schöne Landschaften, die Infrastruktur ist bis auf die Hauptstraße aber eher schlecht, Wanderwege sind nicht wirklich angeschrieben. Wir raten aus eigener Erfahrung für den Notfall eine Taschenlampe dabei zu haben, falls die Tour doch länger dauert als geplant. Dafür ist hier im Park auch im August wenig los und es gibt während der ganzen Zeit grandiose Aussichten und frische Bergluft. Und mit etwas Glück wird man von einem der hier lebenden, freundlichen Estrela-Berghunde bis ins Dorf zurückbegleitet.

(Wer Lust hat auf einen netten Gastgeber -Wandertipps und Kirschlikör inklusive- können wir Antonios Unterkunft empfehlen:

Peniche

Nach den Tagen in den Bergen zieht es uns wieder an die Küste. Unterwegs kommen wir an Óbidos vorbei, deren Altstadt von einer Mauer eingefasst wird und die prächtig auf einem Hügel thront. Wer Zeit hat, kann hier ein Abstecher machen.

Wir übernachten in Peniche, das auf einer Landzunge umgeben vom Meer liegt und nach unserem Eindruck bei Surfern und Rentnern gleichermaßen beliebt ist. Vor allem am Wochenende sind hier auch viele portugiesische Urlauber an dem schönen, langen Strand zu finden.

Peniche eignet sich aber auch gut als Ausgangspunkt für weitere Tagesausflüge, z.B. zu weiteren Stränden in der Umgebung. Daher nutzen wir den ersten Tag dort Erkundungen in der Umgebung und nehmen den 8km langen Rundweg um die Landzunge, der entlang der Hauptstraße (zu Fuß nur bedingt geeignet) und bis zur äußersten Spitze zum Leuchtturm führt und eindrucksvolle Felsen und Klippen offenbart.

Weiter geht es in das Inseldorf Baleal, das rund 5km von Peniche liegt und auch am Wochenende ruhigere, schöne Strände zu bieten hat und ein lohnenswertes Ziel ist.

Was wir leider nicht geschafft haben, aber sehr schön sein soll, ist ein Ausflug zur Berlenga Grande, eine Insel, die zum Naturschutzgebiet Ilhas Berlengas gehört und rund 10 km vor Peniche liegt.

Lissabon

Nach einem weiteren Strandtag in Peniche fahren wir nach Lissabon und geben dort unseren Mietwagen wieder ab. In Portugals Hauptstadt macht wohl fast jeder Besucher einen Stopp. Zu Sehen und Erleben gibt es genug.

Besonders charmant ist das Viertel Alfama. Hier rattern alte, gelbe Straßenbahnen durch die engen, verwinkelten Gassen und es erwarten einen tolle Aussichtspunkte über die Stadt und auf die Festung Castelo de São Jorge. Für eine Fahrt mit der alten Straßenbahn (Linie 28) muss man zwar mitunter lange anstehen, es lohnt sich aber, denn in der 45-minütigen Fahrt erlebt man nicht nur steile Abstiege und enge Kurven, sondern man kommt auch an allen großen Sehenswürdigkeiten Lissabons vorbei.

Ebenfalls einen Besuch wert ist das Stadtviertel Belém. Hier tummeln sich nicht nur Besucherschlangen wegen den angeblich besten pastéis de nata ganz Lissabons, es warten auch Strand, der Torre de Belém (Turm) und das zum UNESCO- Welterbe zählende Kloster Mosteiro dos Jerónimos.

Abends kann man in das Nachtleben Lissabons eintauchen oder in den Gassen der Alfama der emotionalen Fado-Musik bei einem Glas Wein lauschen.

Sintra

Für uns geht die Reise mit dem Zug weiter. In weniger als einer Stunde erreichen wir Sintra, wo wir die nächsten drei Tage verbringen werden. Sintra liegt wunderschön umgeben von bewaldeten Hügeln und grünen Parks und war für uns eines der Highlights in Portugal.

Im Zentrum Sintra-Vila gibt es viele Tavernen und Restaurants, die durch teils steile Gassen mit Kopfsteinpflaster verbunden sind. Direkt im Zentrum steht auch der berühmte Palácio Nacional de Sintra mit seinen beiden großen konischen Kamin-Schornsteinen. Ein weiteres Wahrzeichen Sintras ist der Palácio Nacional de Pena, der von fast überall gut sichtbar auf dem Hügel thront und vor allem durch seine prachtvolle Bauweise und farbliche Gestaltung in auffälligen Rot- und Gelbtönen hervorsticht. Ebenfalls ein beeindruckendes Bauwerk ist die Burg Castelos dos Mouros, die wir besichtigen. 412 m über dem Meeresspiegel bietet sie atemberaubende Aussichten über Sintras Paläste, die Täler bis zum Atlantik, der am Horizont schimmert.

Unseren letzten Tag in Sintra nutzen wir für eine Fahrt mit einem Mietroller zum Cabo da Roca (Felsenkap), das rund 18 km westlich von Sintra liegt. Das windumtobte Kap ist der westlichste Punkt des europäischen Festlandes. Für die, die in Sintra ohne Auto oder Roller unterwegs sind, bietet die Stadt zu allen Sehenswürdigkeiten, auch zum Cabo da Roca bis nach Cascais, Touristenbusse an. Wer motorisiert reist, empfehlen wir den ein oder anderen Halt zwischendurch, da die Strecke zum Kap ebenfalls an sehr schönen Stränden vorbeiführt.

Monchique

Mit dem Zug fahren wir über Lissabon weiter in den Süden Portugals bis zum Bahnhof Santa Clara-Sabóia. Heilfroh sind wir, dass uns drei außerordentliche nette Menschen die letzten 30 km bis nach Monchique bei sich mitfahren lassen, denn an dem kleinen Bahnhof gibt es nichts außer einen kleinen Parkplatz – auch keinen Taxistand.

In Monchique angekommen genießen wir erstmal den lokalen „Modronho“ (Erdbeerbaumschnaps) in der kultigen „Barlefante“ im Zentrum. Wir übernachten im 6km entfernten Kurort Caldas de Monchique, der 250m hoch in einem Seitental des Monchique Gebirges liegt. In dem bewaldeten Tal unterhalb des Ortes liegt ein Thermalbad und –hotel, in dem man es sich bei traumhafter Kulisse gut gehen lassen kann.

Nach einem Entspannungstag unternehmen wir einen Ausflug in die Gegend um Monchique, die sich gut zum Wandern eignet. Durch die fehlende Beschilderung finden wir leider nicht den Weg zum 902 m hohen Gipfel des Fóia, der an guten Tagen einen Blick über die ganze Algarve bieten soll. Sich vorab Informationen zu holen, ist hier ratsam. Dafür begegnen uns andere tolle Wege, die durch die Berge und vorbei an wunderbar leckeren Obstbäumen führen.

Abends genießen wir noch einmal das Flair von Monchique mit seinen sympathischen Einwohnern und vielen Zuwanderern, bevor wir am nächsten Tag nach Sagres aufbrechen.

Sagres

Das kleine Dorf Sagres liegt umgeben von schönen Stränden und vom Meer geformten Klippen. Der Ort an sich ist nichts Außergewöhnliches, er beherbergt einige nette und hippe Restaurants und Bars, aber im Gegensatz zu vielen anderen portugiesischen Dörfern warten hier keine historischen Mauern oder Kirchen. Seine Anziehungskraft liegt in seiner eindrucksvollen Landschaft.

Auch hier sind viele Surfer unterwegs, möglich, dass dadurch die dennoch lockere und entspannte Atmosphäre des Örtchens entsteht. Wir leihen uns Fahrräder aus, umrunden traumhafte Strände wie die Praia de Beliche, fahren entlang der Klippen zur Festung Fortaleza de Sagres bis zum Cabo de São Vicente – eine Landspitze, die weit ins Meer ragt und damit den südwestlichsten Punkt Europas bildet. Trotz starkem Tourismus fühlt es sich hier nicht überlaufen an. Und wer Heimweh haben sollte, kann hier auch in deutscher Gesellschaft „die letzte Bratwurst vor Amerika“ essen und sich gleichzeitig ein „Ich-war-hier“-Zertifikat abholen.

Faro

Die letzten beiden Tage unserer Reise verbringen wir in Faro. In der Hauptstadt der Algarve sorgen der Hafen und die historische Altstadt mit etlichen Straßencafés und Bars für ein gemütliches Flair.

Für unseren letzten Tag entscheiden wir uns zu einem Ausflug an den Strand. Mit der Fähre kann man von Faro die Lagunen des Parque Natural da Ria Formosa erreichen. Wer im Sommer reist, sollte hier allerdings Tickets vorbuchen oder frühzeitig am Hafen sein. Für uns hat es nicht gereicht, weshalb wir kurzerhand mit der Fähre zum ebenfalls schönen Stadtstrand Ilha de Faro fahren.

Am Abend zurück in Faro, genießen wir ein letztes Mal Abendessen und portugiesischen Portwein, bevor uns unser Lufthansa Flug am nächsten Tag von Faro wieder nach Frankfurt bringt.

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